Clever bewerben: Fehler bei der Selbstbeschreibung vermeiden

Viele Menschen glauben, ein beeindruckender Lebenslauf sei das A und O für eine erfolgreiche Bewerbung. Dabei vergessen sie, dass Unternehmen gerne auch etwas über die Persönlichkeit des Kandidaten erfahren möchten. Deshalb kommt dem Bewerbungsanschreiben und vor allem der Selbstbeschreibung ein besonderer Stellenwert zu.

"Die Herausforderung besteht zunächst darin, bei der Ansprache das richtige Maß zu finden", weiß Lars Seemann, Personalberater und Geschäftsführer bei umaris. So seien manche Anschreiben blumig und übermotiviert. "Einige Bewerber stellen sich dar, als sei das angeschriebene Unternehmen das einzige, in dem sie sich jemals eine Tätigkeit vorstellen könnten." Das sei nicht glaubwürdig, so Seemann. Andere wiederum beschränken sich auf zwei knappe Sätze und lassen die Selbstbeschreibung vollkommen unter den Tisch fallen. "Mit einem Einzeiler wie "Ihre Anzeige hat mich sehr angesprochen, daher bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stellung" ist auch bei einem Spitzen-Lebenslauf kein Blumentopf zu gewinnen", erläutert Seemann.

Ein weiterer Fehler sei die Verwendung undifferenzierter und abgedroschener Attribute. "Fast jeder hält sich für kommunikativ, teamfähig, kreativ oder dynamisch", berichtet Sarah Koch, Personalberaterin bei umaris. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, ist es wichtig, Worte zu wählen, die wirklich zutreffen und Kompetenzen klar herausstellen. Es wirkt außerdem überzeugender, die Aussagen an einer Situation zu belegen. "Wer schreibt, er sei flexibel, sollte in diesem Zusammenhang beispielsweise Geschäftsreisen oder die Bereitschaft zu Nacht- und Wochenenddiensten anführen", empfiehlt Koch.

Grundsätzlich gilt: Weniger ist manchmal mehr. "Die Selbstbeschreibung sollte nicht den Anspruch erheben, eine Persönlichkeit möglichst umfassend darzustellen", mahnt Koch. "Vielmehr geht es darum, deutlich zu machen, aufgrund welcher Charaktereigenschaften und Qualifikationen man sich konkret in der ausgeschriebenen Position sieht." Darüber hinaus können Bewerber angeben, was sie persönlich an dem Unternehmen reizt und dabei auch auf dessen Philosophie und Betriebskultur eingehen.

"Das Anschreiben ist das erste Dokument, das ein Personalverantwortlicher liest. Wem es gelingt, gleich hier einen guten Eindruck zu machen, bei dem fallen auch kleine Makel im Lebenslauf weniger ins Gewicht", so Koch