Karrierechancen durch Weiterbildung

Profilierung, Spezialisierung, Neustart -

 

In einigen Berufen sind Weiterbildungen keine Frage von Freiwilligkeit. Ärzte und Wissenschaftler beispielsweise müssen fast ständig an Seminaren und Fortbildungen teilnehmen, um mit dem rasanten Fortschritt in ihrer Branche mithalten zu können. Doch auch dort, wo etwas weniger Pioniergeist vorausgesetzt wird, gilt: Wissen ist Macht. Welche Punkte bei der beruflichen Weiterbildung auf der Checkliste stehen sollten, erläutert Lars Seemann, Personalberater und Geschäftsführer von umaris.

"Eine Weiterbildung kann bestehende Wissensdefizite ausgleichen, die nächste Stufe der Karriereleiter bedeuten oder einen klaren Vorteil gegenüber einem Konkurrenten bringen", erklärt Seemann. "Sie kann darüber hinaus aus einer beruflichen Sackgasse oder gar aus der Arbeitslosigkeit herausführen."

Zunächst sollten Arbeitnehmer ihre Voraussetzungen und Ziele realistisch einschätzen: Wo möchte ich in einigen Jahren stehen? Was sind meine persönlichen Stärken und wo habe ich Lücken, die mich an einer Weiterentwicklung hindern? Wie sehen die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsmarktes aus, auf dem ich mich bewege?

Weiterbildungen sind leider nicht ganz billig. Soll das beschäftigende Unternehmen die Kosten dafür übernehmen, müssen Arbeitnehmer die Vorteile der Weiterbildung für den Betrieb klar erläutern können. "Wichtig ist, dass die Weiterbildung im Zusammenhang mit dem bisherigen Werdegang steht und die Karriere voranbringt", erklärt Seemann. "Es empfiehlt sich, das Gespräch mit dem Zuständigen der Personalabteilung zu suchen, persönliche Weiterentwicklungswünsche anzusprechen und dann direkt nach Förderungsmöglichkeiten zu fragen." Wer sich auf eigene Faust weiterbilden möchte, sollte sich überlegen, ob er den Arbeitgeber davon in Kenntnis setzt: "Möglicherweise entsteht dann der Eindruck, dass der Mitarbeiter zuvor nicht ausreichend qualifiziert war oder nach Höherem strebt, um das Unternehmen für einen besseren Job verlassen zu können", gibt Seemann zu bedenken.

Ist die Weiterbildung durch den Arbeitgeber genehmigt, geht es zuletzt um die Wahl des geeigneten Bildungsträgers. "Es ist nicht ganz einfach, einen anerkannten Anbieter zu finden, da sich das Ranking ständig ändert", so Seemann. "Wichtiger als das Prestige des Bildungsträgers ist allerdings, dass die Weiterbildung die individuellen Ziele zu erreichen hilft." Dennoch sollten extrem günstige Angebote immer misstrauisch machen: " Qualität hat immer ihren Preis", weiß Seemann.