Aufschwung trotz europaweiter Krise: Unternehmen stellen weiter ein

Für die Europäische Währungsgemeinschaft sieht es derzeit nicht gut aus. Doch entgegen des Trends hält die deutsche Wirtschaft der europaweiten Krise bislang stand. Die Folge: Unternehmen stellen weiterhin Mitarbeiter ein – der Arbeitsmarkt bleibt bislang stabil. Insbesondere gut ausgebildete Fachkräfte werden dringend gesucht.

Während in den USA die Quote der Erwerbslosen stark ansteigt, muss sich Deutschland gegenwärtig keine Sorgen machen. Ganz im Gegenteil: Die Deutschen arbeiten so viel wie schon lange nicht mehr. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg die Zahl der Jobs im ersten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf 41,143 Millionen. Rund 15 Milliarden Arbeitsstunden wurden insgesamt geleistet – ein Boom wie zuletzt in Zeiten der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenzahlen im Mai 2012 lagen bundesweit bei 6,70 Prozent und damit 0,30 Prozent niedriger als im Vorjahr. Vor allem im Einzelhandel und in der Baubranche herrscht eine gute Konjunktur.

Dringend Fachkräfte gesucht werden unter anderem im Bereich der sozialen Dienstleistungen, zum Beispiel Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen und Altenpfleger. In der Consulting-Branche sieht es ähnlich rosig aus. Ebenso herrscht in der Informations- und Telekommunikationsbranche ein deutlicher Mangel an Experten. "Bei umaris beobachten wir zudem im messtechnischen und optoelektronischen Bereich eine starke Nachfrage", berichtet Lars Seemann, Personalberater und Geschäftsführer von umaris, aus seiner Erfahrung in den letzten Monaten. "Und natürlich werden auch in der Medizinbranche nach wie vor händeringend qualifizierte Mitarbeiter gesucht."

Sogar dort, wo sich die Krise bemerkbar gemacht hat – wie in der Automobil- und Finanzdienstleistungsbranche – werden Spezialisten gebraucht, die frischen Wind in ineffizient gewordene Betriebsstrukturen bringen. "Entweder will man den Markt noch einmal neu aufteilen, oder man möchte nach der Krise andere Unternehmen aufkaufen", erklärt Seemann das Verhalten der Unternehmen.

Beste Chancen auf gute Jobs haben auf jeden Fall auch Hochschulabsolventen, insbesondere im Bereich IT sowie Maschinen- und Anlagenbau. "Auch auf dem Markt für regenerative Energien liegen noch riesige Potentiale brach – zum Beispiel in Hinblick auf kommunikationsfähige Sensoren und Messsysteme für Windkraftanlagen", weiß Seemann. Insgesamt boomt der Bereich Clean Energy noch immer, obwohl die Flächen für Windenergie fast ausgeschöpft sind und die Politik die Fördermittel für Solarenergie reduziert hat.

Wer in den richtigen Bereichen auf Jobsuche geht, hat also im Augenblick keine schlechten Karten. "Gesucht wird vor allem Personal für Entwicklung und Vertrieb – in unbefristetem Verhältnis", so Seemann. "Viele Unternehmen sind sich zudem bewusst, dass die Kandidaten verstärkt auf reale Perspektiven und langfristige Karrieremöglichkeiten setzen und berücksichtigen dies in der Personalplanung."