Studium – und nun?

Typische Hürden beim Berufseinstieg erfolgreich überwinden

Der Berufseinstieg nach dem Studium ist für zahlreiche Uni-Absolventen kein Kinderspiel. Viele von ihnen landen in der scheinbar endlosen Praktika-Schleife und arbeiten monatelang unbezahlt oder für ein Taschengeld. Andere müssen erleben, dass sich der Traumjob als Alptraum entpuppt. Wie man nach dem Studium zügig in Lohn und Brot kommt und dabei auch noch glücklich wird, erklärt Lars Seemann, Personalberater und Geschäftsführer von umaris.

Die einen Blitzkarrieristen, die anderen ewige Praktikanten: Was machen die einen richtig und die anderen falsch?

Seemann: "Wichtig ist vor allem, sich rechtzeitig zu bewerben. Das bedeutet, nicht erst nach dem Examen oder der Bachelor-Arbeit damit anzufangen, über das künftige Berufsleben nachzudenken. Studierende sollten sich spätestens nach dem Grundstudium ernsthaft Gedanken machen, wohin sie die Zukunft führen wird. Praktika in den Semesterferien oder ein Job als Werkstudent öffnen vielen die Türen in große Unternehmen und attraktive Positionen mit Perspektive."

Was, wenn ich am Ende meines Studiums plötzlich bemerke, dass ich gar nicht so recht weiß, was ich eigentlich werden will?

Seemann: "Das kommt insbesondere bei wirtschaftsfernen Studiengängen nicht selten vor. In diesem Fall können Karrieremessen, entsprechende Vorträge und Recruiting-Veranstaltungen inspirieren. Es empfiehlt sich zudem, in der Bewerbungsphase erst einmal mehrgleisig zu fahren und sich unterschiedliche Berufe anzusehen. "

Kann mir das Arbeitsamt auch weiterhelfen?

Seemann: "Auch das ist eine Option. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass das Arbeitsamt als Anlaufstelle bei jungen Akademikern eher wenig beliebt ist. Das liegt vermutlich an der damit verbundenen Bürokratie – hier fühlt manch einer schnell gegängelt oder ausgebremst."

Was sollte ich tun, wenn mein Traumjob offenbar doch nicht das Richtige für mich ist?

Seemann: "Wer bemerkt, dass er sich in seinem Job nicht wohlfühlt, sollte sich fragen, ob dies tatsächlich an der Arbeit selbst liegt – also daran, dass die Aufgaben keinen Spaß machen oder man seine Stärken nicht einbringen kann. Viele entscheidende Faktoren finden sich allerdings im Unternehmen selbst – ob man mit der Größe des Betriebs klarkommt, ob man sich mit der Unternehmenskultur identifizieren kann oder im Team akzeptiert wird. Manchmal genügt es, einfach das Unternehmen zu wechseln und bei der Wahl des neuen Arbeitgebers darauf zu achten, dass kritische Faktoren –­ beispielsweise eine extrem strenge Hierarchie oder ein nicht klar umrissenes Aufgabenfeld – ausgeschlossen oder minimiert sind. Echte Traumjobs sind selten. Alles im allen sollte man jedoch immer eine deutlich positive Bilanz ziehen können."

Müssen Praktika wirklich sein?

Seemann: "Praktika bieten eine wertvolle Orientierung, allerdings sollte die Phase der Praktika im Idealfall bereits vor Ende des Studiums abgeschlossen sein. Dann ist ein direkter Einstieg in ein Unternehmen möglich. Etwas anders gestaltet es sich bei jungen Akademikern, die beispielsweise im Medienbereich arbeiten wollen. Hier ist ein so genanntes Volontariat, also eine Art Lehre, Standard. Im betriebswirtlichen Bereich hingegen werden häufig Trainee-Programme angeboten, die meist sogar gut bezahlt werden."

 

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